Reiskuchen - Oder: Death by chocolate

in Süßes

Wer wirklich tief in die koreanische Küche eintauchen möchte, muss irgendwann Reiskuchen probieren. Vor allem zu Festtagen, wie Chuseok (Erntedank) oder Seollal (Neujahr) spielen Reiskuchen nämlich eine wichtige Rolle  (Foto: MissSeoulFood)

Reiskuchen gibt es in süß und werden tatsächlich wie Kuchen oder Kekse nachmittags zum Tee oder Kaffee gereicht. Natürlich kann man sie aber auch rund um die Uhr essen. Wer von uns hat noch nicht Kuchen zum Frühstück gegessen... Es gibt aber auch "neutral" schmeckende Reiskuchen, die man für herzhafte Rezepte nutzen kann. Tteokbokki ist so ein beliebtes Reiskuchengericht, das sogar ziemlich scharf sein kann. Wenn Sie sich das nicht vorstellen können: Auch Pfannkuchen und Crêpes gibt es ja in süß UND in herzhaft.

Mein Mann hat durch mich übrigens seine Liebe zu süßen, koreanischen Reiskuchen entdeckt. Er liebt nämlich alles, was süß, zuckrig und essbar ist. Es ist jedes Mal ein riesiges Vergnügen für mich, wenn wir gemeinsam in den Asiasupermarkt gehen und dort das Süßigkeitenregal begutachten. Minutenlang. Dabei muss jede Packung einzeln begutachtet und diskutiert werden. Eine seiner Lieblingssorten sind übrigens Mochi. Weiche, softe und natürlich süße Reiskuchen.

Kuchen aus gedämpftem Klebreis

„Mochi“ ist eine besondere Form des Reiskuchens. Er kommt traditionell aus Japan und besteht aus gedämpftem Klebreis. Der gedämpfte Reis wird in riesigen Holzbottichen mit einem großen Holzhammer geschlagen und nach jedem Schlag gewendet. Das sieht ganz schön gefährlich aus und ist es wahrscheinlich auch. Heutzutage sieht man diese Technik natürlich nur noch auf Volksfesten und ich glaube, im Korean Folk Village in der Nähe von Seoul. Maschinen haben mittlerweile diese anstrengende und gefährliche Arbeit übernommen. Denn Mochi sind an sich schon gefährlich genug.

In Japan ist es Tradition, dass zu Neujahr möglichst viele Mochi gegessen werden. Das führt, jedenfalls in Japan, dazu, dass sich zu Neujahr Mochi-Todesfälle durch Ersticken häufen! Ist das nicht skurril? Tod durch zu viel Essen…

Davon abgesehen sind Mochi natürlich köstlich! Weich, soft und zähklebrig in der Konsistenz und von einer sanften, reismehligen Süße zergehen sie auf der Zunge. Pur sind sie bereits ein Genuss. Aber in der Regel gibt es sie zudem mit einer leckeren Füllung innen und einer köstlichen Panade außen.

In den 1990er Jahren haben die Kalifornier dann auch noch Mochi-Eiscreme erfunden. (Die Kalifornier sind ja sehr kreativ in diesen Dingen. Man denke nur an California-Maki… Lecker!) Mochi-Eiscreme besteht aus einer Kugel Eiscreme, die von einer Schicht eeiskaltem Klebreiskuchen umhüllt ist. Seitdem weiß ich, dass auch gefrorener Reiskuchen umwerfend schmeckt!

Das Rezept für koreanische Reiskuchen (keine Mochi):

Zutaten:

1 Tassen Klebreismehl, gibt es im Asiasupermakt

1 Tasse heißes Wasser

1 Prise Salz

Zucker nach Geschmack, ich lasse ihn auch gern ganz weg.

Zubereitung:

Mehl mit Wasser und Zucker vermischen. Nach und nach mit dem heißen Wasser vermischen, bis ein glatter Teig entstanden ist. Er darf nicht zu trocken (bröselig) sein und auch nicht zu feucht.

Kleine Kugeln formen.

Im kochenden Wasser 3 bis 5 Minuten kochen, bis sie oben schwimmen.

In ein Sieb geben, kalt abschrecken, trocken lassen.

Wer möchte, wälzt die Kugeln in grünem Tee, gerösteter Sesamsaat (schwarz oder weiß) oder einer Zucker-Zimtmischung. Dazu sollten sie aber noch ein wenig feucht sein.