Jabchae - koreanischer Glasnudelsalat

in Nudeln

„Ist koreanisches Essen eigentlich sehr scharf?“, lautet eine Frage, die mir ziemlich oft gestellt wird. (Foto: MissSeoulFood)

Nicht zu unrecht. Denn viele Gerichte sind tatsächlich ziemlich scharf. Und werden zudem häufig kochend heiß serviert. Sie können sich vorstellen, dass solche Gerichte zu wahren Schweißausbrüchen führen… Vor allem, wenn wir uns dann auch noch im koreanischen Hochsommer befinden und der Raum nicht klimatisiert ist. Ich liebe dieses Essen übrigens! Auch, wenn nach dem Genuss Frisur und Make Up völlig ruiniert sind… So wie nach dem Besuch einer Sauna, der aber auch jedes Mal sehr wohltuend ist!

Am besten lauwarm

Es gibt aber auch Gerichte, die nicht so scharf sind. Kimbab, das koreanische Sushi. Oder Mandu, die Teigtaschen, die ihren Ursprung in der Mongolei haben. Oder eben Jabchae, ein bunter Salat aus gekochten Glasnudeln, gebratenem Gemüse und Fleisch und Omelettestreifen, der am besten lauwarm schmeckt.

Jabchae war in meiner deutsch-koreanischen Kindheit eines der geläufigsten Gerichte: Es stand auf jedem Büffet der zahlreichen koreanischen Feiern, zu denen meine Eltern entweder selbst einluden oder eingeladen wurden. Auch auf vielen deutschen Feiern mit koreanischer Beteiligung tauchte der Salat früher oder später auf. Und wurde mit wachsender Begeisterung von den deutschen Gästen verspeist.

Ich persönlich konnte nie so richtig mit dem Salat warm werden. Wahrscheinlich, weil ich davon keine Schweißausbrüche bekomme... Ich fand viele Salate auch zu nudellastig. Und die Wolkenohrpilze mochte ich nicht.

Aber der große Vorteil beim Kochen besteht ja darin, dass man jedes Rezept nach eigenen Vorstellungen modifizieren kann. Und so habe ich im Laufe der Jahre meine eigene Variante entwickelt, die mit einer kleineren Menge Nudeln auskommt, diese merkwürdigen Wolkenohrpilze einfach weglässt und die ich am liebsten ohne Fleisch und damit vegetarisch zubereite.

Nicht, dass ich Fleisch nicht mag. Aber ich versuche mich so oft wie möglich vegetarisch oder gar vegan zu ernähren. Und das klappt mit diesem Salat ganz großartig! Er besteht aus so vielen Einzelteilen und ist so aromatisch, dass die Fleischlosigkeit gar nicht auffällt.

Und wenn ich Lust auf Saunaessen habe, koche ich einfach eine kräftige Kimchi Jjigae, einen scharfen Eintopf aus Kimchi.

Mein Rezept für vegetarisches Jabchae (eine große Partyschüssel):

 

Zutaten:

120 Gramm koreanische Glasnudeln (bestehen aus Süßkartoffelstärke)

Eine rote Paprika, in feine Streifen geschnitten

Eine grüne Paprika, in feine Streifen geschnitten

Eine gelbe/orange Paprika, in feine Streifen geschnitten

Zwei Möhren, fein gestiftelt

Zwei große Zwiebeln, in grobe Stücke geschnitten

450 Gramm Blattspinat (TK)

Ein Ei (Veganer lassen das Ei einfach weg)

Salz und Pfeffer

Neutrales Öl zum Braten

 

Zutaten für das Dressing:

6 EL Sojasauce

2 EL Zucker

3 EL Sesamöl

2 Knoblauchzehen, feingehackt

1 bis 2 TL Sesamsaat

 

Zubereitung:

Nudeln nach Packungsanweisung zubereiten. In der Regel werden sie fünf Minuten gekocht, kalt abgeschreckt und mit der Schere in kürzere Stücke zerteilt.

Die Paprika, die Möhren und die Zwiebeln in ein wenig Öl getrennt voneinander in der Pfanne bissfest anbraten, auf Küchenkrepp gut abtropfen lassen.

Spinat langsam in der Pfanne auftauen, mit ein wenig Sesamöl würzen.

Aus dem Ei ein dünnes Omelett braten, in feine Streifen schneiden.

Aus Sojasauce, Sesamöl, Zucker, Knoblauch und Sesam ein Dressing anrühren. Alle Zutaten mit den Händen miteinander vermengen, mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Essen kann man ihn warm oder auch kalt. Ich finde ihn lauwarm am besten.