Galbi Jjim - geschmorte koreanische Rinderrippen

in Fleisch

Ich bin ja ein echtes Sommerkind. Nicht nur, dass ich im Juni geboren wurde. Der Sommer ist einfach meine allerliebste Jahreszeit: Es ist warm, es ist hell, die Sonne scheint, alles grünt und blüht und duftet, das Leben ist leicht und ich muss monatelang weder dicken Socken, noch Jacken tragen. (Foto: MissSeoulFood)

Daher wehre ich mich jedes Jahr mit Händen und sockenfreien Füßen und möglichst lange gegen den Herbst und hoffe bis zuletzt auf einen goldenen Oktober mit Temperaturen im zumindest niedrigen zweistelligen Bereich. (Ansprüche nehmen ja im Laufe der Zeit immer weiter ab…)

Irgendwann gebe ich mich natürlich doch geschlagen und akzeptiere, dass der Herbst nun endgültig da ist. Man muss erkennen, wann es Zeit für eine Kapitulation ist und sich mit den neuen Gegebenheiten arrangieren. Das Einzige, was mich mit der kühleren Jahreszeit versöhnt, ist übrigens das Essen. 

Sommeressen, Winteressen

Ich gehöre nämlich zu den Leuten, die nicht nur ihren Kleiderschrank, sondern auch ihr Essen in Sommer- und Wintergerichte einteilen. Nie würde ich auf die Idee kommen, ein cremiges Käsefondue im Hochsommer zu essen oder einen frischen Wassermelonensalat mit Minze und Feta im Winter. Was schon daran scheitert, dass man ja auch gar keine Melonen im Winter kaufen kann. Jedenfalls nicht in Deutschland.

Wird das Wetter kälter und die Tage kürzer, finde ich also Trost im herbstlichen Essen. Eine tolle, koreanische Kürbissuppe gehört natürlich dazu. Grünkohl selbstverständlich auch, ich lebe schließlich in NRW. Aber auch dieses fantastische Gericht: Langsam geschmorte Rinderrippen koreanischer Art. 

Das Tolle an Schmorfleisch ist, es kocht sich quasi von selbst. Man muss zwar ein paar Vorbereitungen treffen, aber meist sind diese schnell erledigt. Die meiste Zeit nimmt tatsächlich das Warten in Anspruch. Man muss also schon ein wenig planen. Ich gebe zu, Pizzataxi ist schneller…

Essen für die ganze Familie

Außerdem eigenen sich vor allem günstige Fleischstücke hervorragend zum Schmoren. Für ein Alltagsessen kann man ja nicht jedes Mal 20 Euro pro Person ausgeben. Je nachdem, wie groß der Appetit ihrer Familienmitglieder ist und vor allem, wie viele Personen sie satt kriegen müssen, könnte Sie das ganz schnell in die Schuldenfalle treiben. Mein Neffe zum Beispiel ist gerade einmal 14 und isst für zwei. Also zwei ERWACHSENE. Zwei MÄNNLICHE Erwachsene. Kein Wunder, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten. 

Aber zurück zum Schmorfleisch. Das Gericht, es heißt Galbi Jjim (Galbi: Rippchen, Jjim: Geschmort), ist ein Essen für herbstliche oder auch winterliche Tage. Das stundenlange Schmoren macht das Fleisch butterzart, die kräftigen Gewürze und Gemüse sorgen für herzhafte Aromen. Ich serviere es am liebsten direkt aus dem Bräter, den ich, ganz rustikal, auf den Tisch stelle. 

Mein Rezept für Galbi Jjim, geschmorte koreanische Rippchen (vier Portionen):

Zutaten:

1 kg Rinderrippen

Für die Marinade:

1 Zwiebel, geviertelt

4 Knoblauchzehen, grob gehackt

1 Stück Ingwer, daumengroß, grob gehackt

3 EL Ananasmarmelade

3 EL Zucker

8 EL Sojasauce

1 EL Sesamöl

2 EL Sherry

2 EL Sesamsaat

Gemüse:

4 getrocknete Shiitakepilze, 30 Minuten in warmen Wasser eingeweicht

2 Möhren, in drei Zentimeter große Stücke geschnitten

1 Zwiebel, geviertelt

0,5 Lauchstange, in fünf Zentimeter große Stücke geschnitten

5 chinesische Datteln, getrocknet

Zubereitung:

Das Fleisch eine Stunde im kalten Wasser wässern, dabei zwei- bis dreimal das Wasser wechseln. Wasser abgießen, trockentupfen. 

Für die Marinade die entsprechenden Zutaten in einem Rührbecher pürieren. Das Fleisch mindestens eine Stunde marinieren. Bessere Resultate erzielt man, wenn man das Fleisch über Nacht im Kühlschrank durchziehen lässt.

Das Fleisch im Bräter bei großer Hitze kurz anbraten. Mit einem Liter Wasser ablöschen, in den vorgeheizten Ofen bei 150 Grad Unter-/Oberhitze 120 Minuten langsam schmoren. Das Gemüse dazugeben und noch eine weitere Stunde schmoren. 

Das Fleisch ist fertig, wenn es von selbst vom Knochen fällt und ganz weich geworden ist. 

Und falls jemand Sorge hat, dass die Fleischmenge zu gering sein könnte: Zu diesem Fleischgericht gehören natürlich immer gekochter Reis und jede Menge koreanischer Beilagen (Banchan). Wer immer noch Angst hat, nicht satt zu werden: Einfach nur zwei Esser einplanen. Falls einer der beiden Esser mein Neffe sein sollte, Menge verdoppeln!