Yeongun - koreanische Lotuswurzel

Ich habe ja schon mal erzählt, dass es in der koreanischen Küche jede Menge Zutaten und Lebensmittel gibt, die in der westlichen Küche nahezu unbekannt sind. (Foto: MissSeoulFood)

 Dazu gehören Algen in jeder Form, fermentierte Sojabohnenpaste und exotische Pflanzen und Gemüsesorten. Die Lotuswurzel ist eine davon.

„Das sieht ja toll aus“, lautet der erste Ausruf, wenn ich in Scheiben geschnittene Lotuswurzel serviere. „Was ist das denn?“, dann die zweite Frage im Anschluss. Wie schön! Man muss einfach nur gut aussehen und schon sind alle Menschen freundlich und interessiert. Die Scheiben der Lotuswurzel sind aber auch wirklich hübsch anzusehen. Als Wurzel ist sie eher unscheinbar, rund und plump. Schneidet man sie jedoch in Scheiben, zeigt sich ein Lochmuster, welches von den Luftröhren der Wurzel herrührt.

Wo gibt es Lotuswurzeln zu kaufen?

Leider ist die Lotuswurzel nicht so einfach zu bekommen. Im westlichen Supermarkt muss man es erst gar nicht versuchen, da bin ich ja schon froh, wenn ich eine Avocado bekomme und keine Mango, wenn ich die Verkäufer danach frage. (Alles schon passiert…)

Aber im Asiasupermarkt kommt man in der Regel weiter. Meiner in Bochum führt, soweit ich weiß, nur die aus der tiefgekühlten. Aber die sind gar nicht so schlecht. Jeder weiß ja, dass TK-Gemüse, - Obst und - Fisch meist viel frischer als die sogenannte frische Ware. Weil die Produkte nämlich sofort nach der Ernte eingefroren und nicht erst tagelang durch die Welt gekarrt werden.

Egal. Bei Lotuswurzeln habe ich eh keine andere Wahl. Das Schöne an dem TK-Produkt ist, dass die Lotuswurzel bereits küchenfertig zubereitet und sogar in Scheiben geschnitten ist. Theoretisch würde es also reichen, wenn ich sie auftaue und serviere. Natürlich schmeckt sie dann ein wenig fad, aber essen könnte man sie dennoch!

„Wie schmeckt denn Lotuswurzel?“, werde ich natürlich auch gefragt. Die Frage beantworte ich, indem ich dem Fragenden eine Lotuswurzel serviere. Weil das im Internet nicht so gut geht, muss ich den Geschmack mit Worten beschreiben. Geht so in Richtung Pilz oder Kartoffel. Also ziemlich mild und mit wenig Eigengeschmack. Ist die Wurzel zubereitet, geht die Konsistenz (je nach Gargrad) ebenfalls in Richtung Kartoffel.

Aber am besten probieren Sie es selbst aus.

Mein Rezept für in Sojasauce glasierte Lotuswurzeln

120 Gramm Lotuswurzel (TK, im Kühlschrank aufgetaut)
2 EL Sojasauce
1 EL Reisessig (es geht auch ein milder „normaler“ Essig)
1 EL Sesamöl
1 TL Zucker
Neutrales Öl für die Pfanne

Aufgetaute Lotuswurzel in der Pfanne mit ein wenig neutralem Pflanzenöl anbraten.

Aus den restlichen Zutaten eine glatte Marinade anrühren.

Sojamarinade über den Lotus geben, ein wenig einköcheln lassen.

Serviert werden die Wurzeln kalt als Beilage (Banchan) zu einem Hauptgericht.