Kongnamul - Koreanische Sojabohnenprossen

Dass die koreanische Küche auf dem Banchan-Prinzip basiert, hatte ich ja schon erklärt. Ohne Banchan kann eine koreanische Mahlzeit gar nicht stattfinden. (Foto: MissSeoulFood)

Sogar ein westliches Essen muss unbedingt von Banchan begleitet werden. Zum Beispiel Pizza. Dazu serviert man gern kleine, feine Scheiben von Cornichons, genannt „Pi-kl“ (kommt wohl von „Mixed Pickles“). Für uns Europäer sehr gewöhnungsbedürftig. Aber auf Bochumer Chinabüffets gibt es ja auch Pommes. Und Tiramisu. Von den ganzen süß-sauer-scharfen Convenience-Saucen ganz zu schweigen...

Sojabohnen über alles

Aber ich wollte ja was zu koreanischen Banchan erklären. Eines meiner liebsten Banchan waren schon immer Kongnamul (Sojabohnensprossen). Im Foto übrigens oben zu sehen. In Korea werden die frischen Sprossen als Salat, aber auch als Suppeneinlage verwendet. Aus Soja werden auch noch viele weitere Produkte hergestellt: Also Sojasauce, Tofu, fermentierte Sojabohnenpaste, woraus wiederum viele weitere leckere Gerichte gekocht werden. Die koreanische Küche ist ohne Soja also nicht vorstellbar!

Angeblich essen die Koreaner die Sojabohne übrigens bereits seit 1550 v. Chr. Also schon ganz schön lange. Ich esse Sojasprossen erst seit etwas über 40 Jahren. Leider sind Sojasprossen nicht so leicht zu beschaffen in Deutschland. In westlichen Supermärkten sucht man sie vergebens und auch im Asiasupermarkt findet man zwar fast immer Mungobohnensprossen. Aber seltener Sojabohnensprossen. Mittlerweile hat mein asiatischer Lebensmittelhändler die geliebten Sprossen jedoch meist vorrätig. Guter Händler!

Ein bis zwei dieser Beutel finden also fast immer den Weg in meinen Einkaufskorb. Kurz blanchiert und mit leckeren koreanischen Gewürzen angemacht, schmecken sie einfach köstlich! Leider müssen sie vorher nicht nur gewaschen, sondern auch geputzt werden. Sie kennen das ja vom Feldsalat: Der Geschmack ist einfach super. Nur das Entfernen der erdigen Wurzel ist todlangweilig und anstrengend zugleich. Außerdem dauert das Ganze ziemlich lange…

Zum Glück bin ich aber verheiratet. Das ist echt praktisch! Man kann eine gemeinsame Steuererklärung machen, man hat immer jemanden, der einem abends vor dem Fernseher die Füße massiert, man hat Gesellschaft und Entertainment beim gemeinsamen Essen. Und man hat eine unbezahlte Küchenhilfe, die geduldig und ergeben kiloweise Sojasprossen putzt!

Mittlerweile macht mein Mann das sehr, sehr ordentlich und beschwert sich auch nicht mehr so lautstark über diese Arbeit wie am Anfang. Vielleicht ist er aber auch einfach auf den Geschmack gekommen und liebt die Sprossen genauso sehr wie ich…

Und so macht man Kongnamul (Sojabohnensprossen-Salat)

 

Zutaten:

600 Gramm frische Sojabohnensprossen aus dem Asiasupermarkt. Bitte keine aus dem Glas. Die sind nicht vergleichbar

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten

1 EL Sojasauce

2 EL Sesamöl

Gochugaru (koreanisches Chilipulver)

Salz

Sesam

 

Zubereitung:

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die geputzten und gewaschenen Sprossen in das kochende Wasser geben, ca. 30 Sekunden lang blanchieren. Abgießen und kalt abbrausen. Die Sprossen sollten noch Biss haben.

Aus Knoblauch, Sojasauce, Sesamöl und der Frühlingszwiebel eine Marinade anrühren und mit den Sprossen vermengen.

Mit Salz und Gochugaru abschmecken. Ich nehme gern etwas mehr Gochugaru, weil ich gern schärfer esse. Das ist aber wirklich reine Geschmackssache.

Anrichten und mit Sesam dekorieren.

Schmeckt hervorragend als Banchan (Beilage) zur koreanischen Reistafel. Auch in Bibimbab ist es eine ideale Zutat.