Ssamjang - koreanische Dippsauce

Eines der beliebtesten koreanischen Gerichte ist Bulgogi. (Foto: MissSeoulFood)

Gegrilltes mariniertes Fleisch, das in geselliger Runde gemeinsam verzehrt wird und im englischsprachigen Raum auch als Korean BBQ bekannt ist. Damit kann man eigentlich jeden Koreaner und vor allem jeden Westler vollkommen begeistern. Zumindest, wenn er kein Vegetarier oder Veganer ist. Obwohl, man kriegt mit ein wenig Geschick und gutem Willen durchaus eine vegetarisch-vegane Alternative hin. Aber das ist ein anderes Thema.

Fleisch, Feuer und ein Tischgrill

Bulgogi wird in der Regel direkt am Tisch auf einem speziellen Grill zubereitet. Das Fleisch wird mit einer Schere zerteilt und zusammen mit Reis, Gemüse und Dippsaucen in ein Salatblatt gewickelt und als Fingerfood verspeist. Damit erfüllt es eine ähnliche Funktion, wie das Raclette oder Fondue: Gemeinsam am Tisch „kochen“ und essen. Kein Wunder, dass es so beliebt ist.

Eine besonders große und wichtige Rolle spielt dabei die Dippsauce. Aber das kennen Sie ja auch schon vom westlichen Grillen. Ohne Tsatziki oder Honey-Mustard-Sauce kann man ein anständiges BBQ eigentlich komplett vergessen. Bei uns hier in Bochum gehört zu jedem Grillen übrigens die Currywurstsauce von D...haus auf den Tisch. Die ist so gut, dass sie auch ohne Wurst und lediglich mit einem Stück Brot geht.

Beim koreanischen Grillen kommt jedoch Ssamjang auf den Tisch. Eine nahezu legendäre Mischung aus fermentierter Chilipaste (Gochujang) und fermentierter Sojabohnenpaste (Doenjang). Wenn Sie gut aufgepasst haben, bemerken Sie, dass alle drei Dippsaucen mit „Jang“ enden. Das heißt auf Deutsch nichts anderes als „Paste“ oder „Dicke Sauce“.
Das Wort „Ssam“ ist ebenfalls ganz schnell und einfach erklärt. Es heißt nichts anderes als „Einwickeln“. Denn Bulgogi, das koreanische Grillfleisch, wird ja mit weiteren Zutaten in ein Salatblatt eingewickelt. Dazu kommt Ssamjang, die „Sauce zum Einwickeln“.

Der Geschmack von Ssamjang ist übrigens gar nicht so einfach zu erklären. Es schmeckt natürlich  scharf und etwas süßlich durch das Gochujang. Und gleichzeitig kräftig und ein wenig erdig durch das Doenjang. Abgeschmeckt wird die Dippsauce mit Sesamöl, Knoblauch, Sesam und ein bisschen Zucker. Eine Frühlingszwiebel rundet das Ganze ab.
Meine deutschen Freunde, die im Laufe der Zeit eigentlich alle in den Genuss von Bulgogi kommen (ich befinde mich schließlich auf einer koreanischen Foodmission!), sind von Ssamjang teilweise so begeistert, dass sie sich die Paste auf ein Stück Brot schmieren. So ähnlich wie ich die Bochumer Currysauce von D...haus. Vielleicht muss ich doch noch einen Shop eröffnen, der Bulgogi und Ssamchang verkauft…

Und so macht man Ssamjang (koreanische Dippsauce)

1 EL Gochujang (koreanische fermentierte Chilipaste, gibt es in Plastikcontainern im Asia-Supermarkt)
2 EL Doenjang (koreanische fermentierte Sojabohnenpaste, gibt es in Plastikcontainern im Asia-Supermarkt, alternativ kann man auch japanische Miso-Paste nehmen)
1 feingehackte Knoblauchzehe
1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten
1 TL Zucker
1 TL Sesamsaat
1 EL Sesamöl 

Ein wenig Wasser zum Glattrühren
Alle Zutaten miteinander gut vermengen. Fertig!
Im Kühlschrank hält sich die Paste mehrere Wochen. Aber in der Regel wird sie schon vorher aufgegessen…